"Das wohltemperierte Klavier" - Musiktheater nach Johann Sebastian Bach und László Krasznahorkai, Regie: David Marton - Koproduktion mit dem MC93 Bobigny.

Foto© Jim Rakete/ Photoselection
Den Komponisten eröffnete sich Ende des 17. Jahrhunderts ein vollkommen neues Feld der Möglichkeiten durch die Erfindung der wohltemperierten Stimmung. In fast mathematischer Präzision lotete Johann Sebastian Bach dieses neue Spektrum in all seinen Facetten aus. Was als Inbegriff einer absoluten Welt der Klänge erscheint, verbirgt eine reale Geschichte voll von philosophischen und politischen Querelen. Je nach Land und Regierung dominierte über lange Jahrzehnte eine andere Instrumentenstimmung. Bachs Klavierwerk bricht aus der üblichen Form des Instrumentalzyklus aus. Die Abfolge der Präludien und Fugen ist allein durch das Abschreiten der Halbtöne festgelegt: eine strenge formale Ordnung, die inhaltlich dennoch weitgehend unverbunden ist. Ähnlich treffen bei David Marton auf der Bühne auch die Figuren zusammen: als seien sie Klaviertasten, die ihr Universum in allen verschiedenen Kombinationen durchspielen, ohne in fester Verbindung verweilen zu können. Und doch bilden sie eine Gemeinschaft, in der jeder nach seinem eigenen Tonfall sucht. (Quelle: Schaubühne.de)